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Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter

Sexualstraftäter, in der Regel Kindesmissbraucher, die am Behandlungsprogramm des Psychologischen Dienstes teilnehmen, werden in der Behandlungsabteilung aufgenommen. Das Kernstück der Behandlung ist die Gruppenpsychotherapie, die bis zur Haftentlassung durchgeführt wird. Parallel findet, im Umfang je nach Bedarf, zusätzlich Einzelpsychotherapie statt. Am Übergang in die Freiheit, bereits mehrere Monate vor der Entlassung, wird die interne Einzelpsychotherapie in eine externe überführt, die nach der Haftentlassung fortgesetzt wird (Nachsorge).
An der Sexualstraftäterbehandlungsgruppe des Psychologischen Dienstes nehmen 8 Gefangene teil. Sobald einer ausscheidet, wird ein neuer aufgenommen (halboffene Gruppe). Es handelt sich um eine verhaltenstherapeutische Gruppe, d.h. die aktive Hilfe zur Problembewältigung steht im Vordergrund. Inhaltlich wird sich an bewährten kognitiv – behavioralen Behandlungsprogrammen zur Behandlung von Sexualstraftätern angelehnt, wobei die konkrete Ausgestaltung der einzelnen Programmeinheiten an die jeweiligen Teilnehmer angepasst wird. Therapieziele sind: Übernahme von Verantwortung für die Taten, Entwicklung von Schuld- und Konfliktbewusstsein, Übernahme der Opferperspektive, Erkennen eigener Defizite/Schwachpunkte, die Sexualstraftaten begünstigen und deren angemessene Bewältigung, Aufbau von Selbstbewusstsein, Selbstkontrolle, sozialen Fertigkeiten sowie die Erarbeitung eines konkreten Rückfallvermeidungsplans.
Die zusätzliche Einzeltherapie dient unter besonderer Berücksichtigung der Lebens- und Lerngeschichte der Aufdeckung und Behandlung spezifischer persönlicher Schwierigkeiten und Störungen, die in der Gruppe möglicherweise zu kurz kommen.
Die externe Einzeltherapie am Übergang in die Freiheit dient vorrangig dem Ziel, die in der internen Psychotherapie erworbenen Verhaltensänderungen schrittweise an ein Leben in Freiheit anzupassen und in den realen Lebensalltag zu integrieren.
Geeignet sind Sexualstraftäter, für die dieses Behandlungsprogramm des Psychologischen Dienstes erfolgversprechend ist und die keiner umfassenden Sozialtherapie bedürfen. Aufnahmevoraussetzungen sind: wenig offene Gewalt bei der Straftat, zwischen 1 und 2 Jahre bis zum voraussichtlichen Entlasstermin, mindestens ein Teilgeständnis, Fähigkeit und Bereitschaft an einer Gruppe teilzunehmen, hinreichende Deutschkenntnisse, keine Minderbegabung, keine zu massiven psychischen Störungen, nur wenig typisch kriminelle Verhaltensgewohnheiten (Dissozialität). Außerdem ist es sinnvoll, dass eine Entlassung in die BRD zu erwarten ist.

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